Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus – kurz MBR – ist ein Beratungsangebot für alle, die sich mit Problemlagen wie Rechtsextremismus, Rassismus und Antifeminismus auseinandersetzen wollen oder müssen. Sei es aufgrund konkreter Vorfälle oder um für den Umgang mit diesen Themen gut vorbereitet zu sein.
Beratung
Die Teams der MBR leisten Hilfe zur Selbsthilfe und vernetzen Engagierte vor Ort. Sie unterstützen dabei, extrem rechte Vorfälle einzuschätzen, Handlungsstrategien zu erarbeiten und Konzepte zu entwickeln. Dabei geht es oft auch um die Sensibilisierung hinsichtlich ausgrenzender Einstellungen – explizit auch in der sogenannten Mitte der Gesellschaft. Es wird versucht, die vor Ort vorhandenen Ressourcen zu aktivieren und zu vernetzen, um langfristige Wirkungen gegen extrem rechte Einstellungen und Handlungen zu ermöglichen. Ziel der Beratung ist es Handlungssicherheit (wieder-)herzustellen.
In akuten Krisensituationen oder bei Fragen und Unsicherheiten im Bereich extreme Rechte, Rassismus und Antifeminismus analysiert die MBR gemeinsam mit den Beratungsnehmenden die Situation, erörtert Handlungsmöglichkeiten, entwickelt Lösungsansätze und unterstützt bei deren Umsetzung. Dabei bieten die Berater:innen keine vorgefertigten Ideen, sondern versuchen gemeinsam mit den Beratungsnehmenden den vielschichtigen Problemen entsprechend passende Lösungsansätze zu erarbeiten.
Die MBR arbeitet aufsuchend und vertraulich, ist in gesamt NRW tätig und ihre Beratung ist kostenfrei.
Struktur
In NRW existieren fünf Mobile Beratungsteams, welche für die fünf Regierungsbezirke (Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln, und Münster) verantwortlich sind.

Die Koordination auf der Landesebene wird vom Demokratiezentrum NRW übernommen.
Die Mobile Beratung NRW ist Teil des Bundesverbands Mobile Beratung.
Grundlagen
Mobile Beratung ist ein seit mehr als fünfundzwanzig Jahren (weiter-)entwickeltes Konzept, das in einer heterogenen Struktur von Trägern in den 16 Bundesländern Deutschlands unterschiedlich ausgestaltet wird. In der Zusammenarbeit dieser pluralen Szene wurden verschiedene Methoden und Standards im Rahmen der Professionalisierung des Arbeitsfeldes entwickelt und formuliert.
Im Oktober 2017 haben Berater:innen aus allen Bundesländern ein gemeinsames Grundlagenpapier verabschiedet, das zuvor in einem zweijährigen, partizipativen Prozess erarbeitet wurde. Hier werden inhaltliche und methodische Grundsätze formuliert sowie die Geschichte des Berufsfelds „Mobile Beratung“ dargestellt. Das Grundlagenpapier wird kontinuierlich aktualisiert. Die neuste Fassung erschien im Jahr 2024: